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Solidarisch mit Kuba
Ein Zeichen gegen den imperialistischen Aggressor setzen: Seit Sonnabend findet in Berlin eine Protestwoche gegen die Verschärfung der US-Blockade gegen Kuba statt. Seit 67 Jahren versuchen die Präsidenten im Weißen Haus, das sozialistische Beispiel, das die Inselrepublik ist, zu zerstören. Weil das revolutionäre Kuba immer solidarisch an der Seite unterdrückter Völker stand, will die amtierende US-Regierung unter Donald Trump das kubanische Volk nun mit allen Mitteln aushungern.
Der US-Bürgerrechtler und politische Gefangene Mumia Abu-Jamal hätte an dieser Stelle sicher längst seine Stimme zur Verteidigung Kubas erhoben, wenn seine Gesundheit in 44 Jahren Haft und durch permanente medizinische Vernachlässigung nicht ruiniert worden wäre. Vor allem hindert ihn die Erkrankung seiner Augen zunehmend daran, zu lesen und zu schreiben. Damit nehmen ihm die Verantwortlichen des US-Imperiums ein grundlegendes Menschenrecht, denn sie wollten ihn wegen seiner Kritik an Rassismus und Krieg schon immer zum Schweigen bringen.
Wie das revolutionäre Kuba dieses Menschenrecht von Beginn an garantierte, hat er bereits vor fast zwanzig Jahren in seiner jW-Kolumne »Die kubanische Lektion« beschrieben, die am 23.12.2006 erschien. Thema war die »äußerst wichtige Alphabetisierungskampagne«, die sofort nach der Kubanischen Revolution auf die Beine gestellt wurde. »Wir jungen Black Panthers haben in den 1960er Jahren davon gelesen, aber auch uns war diese Kampagne schon bald wieder entfallen«, erinnerte sich Abu-Jamal. »Dabei war sie eine bemerkenswerte und bis dato nicht gekannte revolutionäre Aktion, die nicht durch Waffen, sondern durch Bleistifte, Schreibhefte und Lehrbücher vollzogen wurde.« Er beschrieb auch, wie Tausende Brigadistas »das Wunder« des Sieges über das Analphabetentum vollbrachten – trotz des »von den USA gesteuerten Terrorismus, der die Kampagne stören sollte«. Kuba zeigte mit einfachen Mitteln, für wen »diese Revolution in Wahrheit durchgefochten worden war: für die Armen, für die Bauern, also für die Ausgeschlossenen« in einer Region, die die USA bis heute als ihr »Hinterland« betrachten und die Trump nun völlig in Besitz nehmen will.
Die Lage der armen Bevölkerung in den USA beschrieb der Bürgerrechtler in seiner im Juni 2003 erschienenen Kolumne »Kuba wehrt sich«: Zwanzig Millionen Menschen seien in den USA Analphabeten, wo »eine bessere Bildung nur denen zugute kommt, die sie sich auch leisten können«. In den Ghettos der US-Großstädte sei die »Bildung von Millionen Kindern und Jugendlichen ein Skandal«. In Kuba hingegen existiere vom Kindergarten bis zum Medizinstudium ein Recht auf völlig kostenlose Betreuung und Bildung. Das Land verfüge »weltweit über die höchste Rate an Absolventen der medizinischen Fakultäten«, so Abu-Jamal. »Sie helfen, die medizinische Versorgung in vielen Ländern der Erde zu gewährleisten. International sind mehr Ärztinnen und Ärzte aus Kuba tätig als von der UN‑Weltgesundheitsorganisation.« Doch ausgerechnet Trump, der Kuba wieder zur US-Kolonie machen will, warf dem Staat stets vor, es wolle andere Länder mit jener medizinischen Hilfe »abhängig machen«.
Als konsequenter Gegner imperialer Gewalt entlarvte Abu-Jamal auch immer wieder die erfolglosen Mordversuche an Fidel Castro sowie die terroristischen Anschläge in Kuba, die »bis 1999 über 3.000 Todesopfer unter der kubanischen Bevölkerung gekostet haben«, wie er 2002 erklärte. Als im Zuge des sogenannten »Krieges gegen den Terror« nach den Anschlägen vom 11. September 2001 auch die Hetze gegen Kuba verstärkt wurde, schrieb Abu-Jamal im Jahr 2003: »Wenn man im Innersten weiß, dass eine Sache gerecht ist, sich aber dennoch weigert, für sie einzutreten, dann beginnt man zu sterben.« Angesichts der »verbalen Bomben«, die »willfährige Medien auf Kuba werfen«, habe er »noch nie so viele Leichen gesehen, die herumlaufen und von Gerechtigkeit« redeten, aber tatenlos blieben. Die aktuelle Protestwoche nahe der US-Botschaft in Berlin tritt lebendig für die gerechte Sache Kubas ein.
→ Protestwache »No War on Cuba!«, 12. bis 19. September 2026 vor der US-Botschaft am Brandenburger Tor, Berlin. Weitere Informationen: www.unblock-cuba.org
Jürgen Heiser